Sonntag, 31. Juli 2016

~Büchersonntag~ Das Glücksbüro






Andreas Izquierdo
Das Glücksbüro 
ISBN-10: 3832162259
272 Seiten




Worum geht es?
Albert Glück ist ein seltsamer Kauz. Er ist knapp über fünfzig, ein wenig trocken, penibel, und er arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Formulare, Stempel, Dienstvorschriften sind seine Welt, in der er sich gut eingerichtet hat. Ganz wörtlich, denn Albert arbeitet nicht nur in dem Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt hat er im Keller einen kleinen Raum bezogen und verbringt zufrieden seine Tage im immer gleichen Rhythmus. Doch eines Tages wird Alberts sorgsam eingehaltene Ordnung durcheinandergebracht. Auf seinem Schreibtisch landet ein Antrag, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, denn er beantragt – nichts! Albert tut alles, um diesen unseligen Antrag loszuwerden, doch vergeblich: Immer wieder kehrt er auf seinen Schreibtisch zurück. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zum Antragsteller zu machen. So trifft Albert auf Anna Sugus, eine ziemlich wilde Künstlerin, die Alberts Welt ganz schön auf den Kopf stellt …

Meine Meinung
Irgendwie mochte ich Albert sofort. Schräg, eigenwillig, eingefahren...aber von Beginn an hatte ich das Gefühl: Hier hast Du es mit einem liebenswerten Menschen zu tun, der allerdings noch gekitzelt werden muss, bis er diese liebenswerte Seite offenbart. Dafür sorgt dann Anna, eine Künstlerin. Der absolute Gegensatz zum geordneten, grauen Albert bringt sie Farbe, Unordnung und Aufregung in sein Leben. Die Geschichte hat mich sofort gut unterhalten und das Buch ließ sich flüssig lesen. Hier und da musste ich ob der skurrilen Art von Albert schmunzeln. Beamtentum auf höchstem Niveau.

Fazit
Dieses Buch kommt von Hinten raus! Während ich das Buch gelesen habe, fühlte ich mich gut unterhalten. Die Charaktere werden gut beschrieben und man kann sich diese sehr gut vorstellen. Aber erst als ich das Buch zugeklappt und sacken habe lassen, wurde mir bewusst, welches Schmuckstück ich hier gelesen hatte: Pures Glück!

Unbedingt auf der Internetseite vom Glücksbüro vorbei schauen. Dort könnt ihr euren eigenen Antrag auf Glück stellen oder Anträge genehmigen. Ganz zauberhafte Idee!

Alles Liebe,
Eva

Freitag, 15. Juli 2016

Sonntag, 10. Juli 2016

~Büchersonntag~ Best of Liebesromane 4

In den letzten Wochen habe ich Euch immer mal wieder meine liebsten Liebesromane vorgestellt. Alle meine Empfehlungen könnt ihr natürlich hier auf dem Blog nachlesen. (Teil 1 Teil 2 Teil 3) Heute zeige ich Euch den 4. Teil meiner Lieblings-Liebesromane.

Jostein Gaarder: Das Orangenmädchen
Ein wunderschöner, trauriger, bewegender Roman. Jostein Gaarder entführt den Leser nach Oslo in die Welt von Georg. Für mich war dieses Buch auch deshalb sehr besonders, da ich mich in Oslo ganz gut auskenne. Man lernt die Stadt kennen und als Oslokenner erkennt man viele Orte wieder und kann sich noch besser in der Geschichte bewegen. Mich hat dieses Buch sehr berührt und wenn ich jetzt wieder so über das Buch nachdenke, dann kommen viele Erinnerungen und Gedanken an dieses Buch hoch. Wer sich mit Themen wie Tod und Liebe näher auseinander setzen mag, der bekommt hier wundervolle Denkanstöße und kann sich in eine feine Geschichte flüchten.

Klappentext
Georg ist 15 und lebt mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und der kleinen Miriam in Oslo. An seinen Vater kann er sich kaum noch erinnern; er ist gestorben, als Georg vier war. Doch nun, elf Jahre später, greift Georgs Vater wieder in sein Leben ein -– mit einem langen Brief, der all die Jahre versteckt war. Die Lektüre dieses Abschiedsbriefes ist für Georg eine Reise in die Vergangenheit. Doch bald begreift er, dass es darin auch um seine Zukunft geht, zum Beispiel um die Frage, wie er es mit der Liebe hält. Und dem Leben. Sein Vater konnte ihm keine Antworten mehr geben. Aber er konnte seinem Sohn die richtigen Fragen stellen.

Nicholas Sparks: Weit wie das Meer
Mir ist es fast ein wenig peinlich, dass Nicholas Sparks hier auftaucht. Für mich der Inbegriff von kitschigen Frauenromanen, obwohl ich nur dieses eine Buch von ihm gelesen habe. Ich kann auch gar nicht erklären, warum ich dieses Gefühl hege, wenn ich an den Autor denke. Dieses Buch jedoch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass es für mich definitv zu einem der besten Liebesromane gehört. Einmal angefangen zu lesen, wird man sofort in die Geschichte hineingezogen und das romantische Herzchen pocht auf Hochtouren. Ich will gar nicht zuviel verraten nur so viel: Taschentücher bereit legen...
Klappentext:
Die Journalistin Theresa findet am Strand eine Flaschenpost, in der ein Liebesbrief voll verzweifelter Sehnsucht steckt. Zutiefst berührt davon, veröffentlicht Theresa das Dokument in ihrer Zeitungskolumne. Binnen kurzer Zeit erhält sie von Lesern weitere Briefe, die offenbar vom selben Autor stammen. Wer ist dieser Mann? Theresa macht sich auf die Suche, sie findet Garrett – und die Begegnung ist schicksalhaft: Garrett leidet noch unter dem Tod seiner geliebten Frau, aber Theresa bringt erstmals wieder etwas in ihm zum Klingen, was er längst verloren glaubte.

Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Was für ein Buch! Dieses Buch wurde nicht umsonst zu einem weltweiten Bestseller. Es besticht durch eine wunderbare Sprache, fast Poesie. Die Beziehung von Tomas und Teresa ist geprägt durch innige Zuneigung und Liebe. Nichtsdestotrotz haben die beiden eine unterschiedliche Auffasung von Liebe, die man durch den Roman näher kennen und verstehen lernt. Eine wunderbare Geschichte, die nachdenklich macht und durch ein bittersüßes Ende gekrönt wird.
Klappentext:
Die verschlungene Liebesgeschichte zwischen Tomas und Teresa gibt den Rahmen ab für einen der witzigsten und intelligentesten Romane der vergangenen Jahre, der zugleich Leselust und höchste intellektuelle Ansprüche befriedigt.

Alles Liebe,
Eva

Mittwoch, 6. Juli 2016

~Seelenschmeichler~ Reinhard Mey



Reinhard Mey
Wie vor Jahr und Tag


Wie vor Jahr und Tag, liebe ich Dich doch,
Vielleicht weiser nur und bewußter noch,
Und noch immerfort ist ein Tag ohne Dich
Ein verlor‘ner Tag, verlor‘ne Zeit für mich.
Wie vor Jahr und Tag ist noch immerfort
Das Glück und Dein Name dasselbe Wort.
Allein, was sich geändert haben mag,
Ich lieb‘ Dich noch mehr als vor Jahr und Tag.
Mit wieviel Hoffnungen hat alles angefangen,
Wieviel Erwartung auf dem Weg, der vor uns lag.
Wir sind seitdem manch‘ Stück darauf gegangen,
Und doch ist er für mich neu wie vor Jahr und Tag.
Ich zähl‘ die Jahre, die seitdem verstrichen,
Schon lange nicht mehr an den Fingern einer Hand,
Und doch ist nichts von Deinem Bild verblichen,
Vermiß‘ ich nichts, was ich liebenswert daran fand.
Ich habe tausendmal versucht, Dich zu erlernen,
So, wie man aus einem Buch lernen kann, ich Tor.
Und sah mit jeder Lektion sich mein Ziel entfernen,
Und heute weiß ich weniger noch als zuvor.
Ich habe tausendmal versucht, vorauszusehen,
Wie Du wohl handeln würdest, aber jedesmal,
Wenn ich schon glaubte, alles an Dir zu verstehen,
Erschien es mir, als säh‘ ich Dich zum ersten Mal.
Lachen und Weinen sind in jener Zeit verklungen,
Die in Siebenmeilen-Stiefeln an uns vorübereilt,
Und von den besten all meiner Erinnerungen
Hab‘ ich die schönsten, meine Freundin, wohl mit Dir geteilt.
Nein, keine Stunde gibt‘s, die ich bereute,
Und mir bleibt nur als Trost dafür, daß keine wiederkehrt:
Viel mehr als gestern liebe ich Dich heute,
Doch weniger, als ich Dich morgen lieben werd‘.





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Sonntag, 3. Juli 2016

~Büchersonntag~ Ein Mann Namens Ove

Fredrik Backman
Ein Mann namens Ove
ISBN-10: 3596197805
382 Seiten




Worum geht es?
Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …

Meine Meinung
Von Anfang an fand ich dieses Buch sehr packend. Ove ist auf den ersten Blick zwar kein Sympathieträger aber seine launigen Bemerkungen haben mich sehr oft zum Lachen gebracht. Ove leidet sehr unter dem Tod seiner geliebten Frau Sonja und hat beschlossen sich das Leben zu nehmen. Aus unterschiedlichsten Gründen scheitern seine Versuche mehrfach: Mal ist es die schlechte Qualität der Seile oder er muss ein anderes Mal seine Hilfe zur Verfügung stellen. Auf seine Mitmenschen wirkt Ove grantig, pedantisch und überheblich. Aber ganz tief drin, da schlägt sein gutes Herz. Ganz besonders deutlich wird dies immer wieder, wenn er über seine Frau Sonja nachdenkt:

Und sie war Farbe. Alle seine Farbe.

Neben den rührenden Gedanken an seine Frau, besticht dieses Buch aber durch einen feinen Humor. Was musste ich immer wieder lachen, wenn es um das Thema Autos ging. Für Ove kommt kein anderes Auto als ein Saab in Frage. Alle anderen Fabrikate sind indiskutabel für ihn. So hat er auch kaum schmeichelhafte Worte für Nachbarn übrig, die beispielsweise einen Audi fahren.

Auf dem Parkplatz erkennt Ove diesen Spinner Anders, wie er seinen Audi rückwärts aus der Garage fährt. Er hat diese neuen wellenförmigen Scheinwerfer, fällt Ove auf. So dass auch im Dunkeln niemanden entgeht, dass hier wirklich ein völliger Blödmann in seinem Auto unterwegs ist.

Eine wichtige Rolle übernimmt die neue Nachbarin Parvaneh für Ove. Sie zieht eines Tages, hochschwanger mit ihrem Mann (von Ove der Trottel genannt) und ihren beiden Kindern in das Nachbarhaus. Parvaneh ist couragiert und lässt sich von Oves rauer Art nicht einschüchtern. Sie scheint den guten Kern von Ove früh zu erkennen und lässt nicht locker ihn um Hilfe zu bitten oder ihn in ihr Leben zu integrieren. Nach und nach schließt auch Ove Parvaneh plus Anhang in sein Herz.

Und dann sagt er sechs Worte, die Parvaneh nie vergessen wird. Weil sie das größte Kompliment sind, das er ihr je machen wird. "Du bist doch nicht völlig blöd"


Fazit
Ein wunderbares Buch über die Liebe, Freundschaft und das Gute im Menschen. Ich habe Ove ganz tief in mein Herz geschlossen und kann mich den Worten seiner verstorbenen Frau nur anschließen:

Du tanzt in dir ,Ove, wo es keiner sieht. Und dafür werde ich dich immer lieben.

Alles Liebe,
Eva